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Gerichtsvollzieher / Gerichtsvollzieherin
Gehalt & Verdienst

Gehalt im Beruf 3.903 – 4.965 € brutto pro Monat
Ausbildungsdauer 1,5 – 2 Jahre
Ausbildungsart Weiterbildung
Empfohlener Abschluss abgeschlossene Ausbildung

Du möchtest zwischen Gläubigern und Schuldnern vermitteln und eine Lösung finden, die für beide Seiten tragbar ist? Dich reizt die selbstständige Arbeit mit der Sicherheit einer Beamtentätigkeit? Sicherlich ist beim Job als Gerichtsvollzieher auch das Gehalt interessant für dich. Wie hoch dein Gerichtsvollzieher Gehalt während der Ausbildung und im Job ausfällt, zeigen wir dir hier.

Was verdient man als Gerichtsvollzieher (m/w/d) in der Ausbildung?

Anders als viele andere Weiterbildungen kannst du dich in der Gerichtsvollzieher Ausbildung über ein Gehalt freuen. Das gilt sowohl bei der Ausbildung als auch im Dualen Studium, das es nur in Baden-Württemberg gibt. Du wirst durch die Ausbildung zum Beamtenanwärter und erhältst Anwärterbezüge, meist des mittleren Dienstes.

Wie hoch die Anwärterbezüge sind, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Du kannst mit einem Grundgehalt von etwa 1.250 bis 1.350 Euro monatlich rechnen. Diesen Betrag erhältst du über die gesamte Ausbildungs- oder Studienzeit.

Die Anwärterbezüge setzen sich zusammen aus:

  • Anwärtergrundbetrag
  • Familienzuschlag (für Verheiratete oder Anwärter mit Kindern)
  • vermögenswirksame Leistungen
  • Anwärtersonderzuschlag (bei einem erheblichen Mangel an qualifizierten Bewerbern)
  • Zulagen (normalerweise nur bei Wechselschichten)

Gehalt in der Gerichtsvollzieher Ausbildung im Vergleich

Du möchtest wissen, wie viel man in anderen Ausbildungen verdienen kann? Dann vergleiche jetzt die Gehälter der verschiedenen Berufe:

 
 
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* Zahlen beziehen sich nur auf alte Bundesländer
Quelle: Tarifinformationen des Bundes und der Länder (z. B. BIBB, BMAS, WSI-Tarifarchiv, Tarifarchive der Bundesländer), Stand 2025.

Beachte: Bei den Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte. Wie viel du tatsächlich während deiner Ausbildung erhältst, geben einige Unternehmen auch in ihren Stellenanzeigen an. Informiere dich also auch im Stellenmarkt über dein Gehalt in der Ausbildung:

Einstiegsgehalt: Was verdient ein Gerichtsvollzieher im Beruf?

Nach der Ausbildung kannst du als Gerichtsvollzieherin mit einem Einstiegsgehalt von rund 39.000 Euro brutto im Jahr rechnen. Das Einstiegsgehalt kann je nach Bundesland, Arbeitgeber und individueller Qualifikation variieren. Gerichtsvollzieher werden bei Erfüllung der Voraussetzungen verbeamtet. Üblich ist der Einstieg im mittleren oder gehobenen Dienst. Hier erhältst du dann keine Bezüge mehr, dein Gehalt heißt von nun an Besoldung.

Als Berufseinsteiger wirst du in die Besoldungsgruppe A 8 oder A 9 eingeteilt. Je nachdem, wie viel Berufserfahrung du vorher hattest, beispielsweise durch deine Tätigkeit als Justizfachangestellter, wirst du in eine bestimmte Erfahrungsstufe eingruppiert. Aus den beiden Faktoren setzt sich dein Gerichtsvollzieher Gehalt zusammen.

Beispielhafte tarifliche Einstiegsgehälter in verschiedenen Branchen:

* Zahlen beziehen sich nur auf alte Bundesländer Quelle: Tarifverträge verschiedener Branchen, Bruttogrundvergütungen (monatlich), Stand 2025.

Beachte: Wie hoch dein Gerichtsvollzieher-Gehalt ist, hängt vom Bundesland ab, in dem du arbeitest. Grundlage für deine Bezahlung sind üblicherweise die Landesbesoldungsgesetze. Die orientieren sich an den Beträgen des Bundesbesoldungsgesetzes. Berufseinsteiger als Gerichtsvollzieher liegen aber eher am höheren Ende der Gehaltsskala im öffentlichen Dienst: Mit 2.600 bis 2.900 Euro verdienst du etwa doppelt so viel wie während der Ausbildung.

Sozialversicherungen: Beamte sind von der Sozialversicherungspflicht befreit. Du musst lediglich Lohnsteuer und Krankenversicherungskosten aus deinen Bruttobezügen bestreiten. Bei der Krankenversicherung wirst du dich meist für eine Privatversicherung entscheiden. Die Beträge sind für junge Leute oft niedrig, steigen aber im Alter. Das solltest du immer beachten.

Gerichtsvollzieher erhalten nicht nur das Grundgehalt für Beamte, sondern müssen auch ein eigenes Büro unterhalten und Mitarbeiter beschäftigen. Damit du diese zusätzlichen Kosten stemmen kannst, erhalten Gerichtsvollzieher eine zusätzliche Vergütung nach der Gerichtsvollziehervergütungsverordnung (GVVergV). Das entspricht meist einem gewissen Anteil der von dir übernommenen Vollstreckungen.

Wie viel verdient ein Gerichtsvollzieher mit Berufserfahrung?

Je länger du im Beruf arbeitest, desto höher steigt auch dein Gehalt. Beamte steigen mit einer bestimmten Anzahl an Berufsjahren Erfahrungsstufen auf, die ihr Grundgehalt erhöhen. Außerdem kannst du Obergerichtsvollzieher werden und so in eine andere Besoldungsgruppe wechseln, die dir ebenfalls mehr Gehalt bringt.

Durchschnittsgehalt für Gerichtsvollzieherinnen in Deutschland

Dein Durchschnittsgehalt als Gerichtsvollzieher in Deutschland liegt bei 3.903 bis 4.965 Euro monatlich. Wie du siehst, gibt es also auch im Beruf des Gerichtsvollziehers erhebliche Gehaltsunterschiede. Faktoren wie deine individuelle Leistung, deine Berufserfahrung und dein Arbeitgeber spielen hier eine entscheidende Rolle.

Gehaltsunterschiede als Gerichtsvollzieher nach Bundesland

Einen großen Einfluss auf dein Gerichtsvollzieherin Gehalt hat aber auch der Standort, an dem du tätig bist. Denn je nach Bundesland gibt es in Deutschland starke regionale Unterschiede. Hier ein Überblick über die verschiedenen Verdienstmöglichkeiten als Gerichtsvollzieher:

  • Das höchste Gehalt als Gerichtsvollzieher erwartet dich in Baden-Württemberg und Hessen. Hier kannst du mit einem durchschnittlichen Gehalt von rund 54.000 Euro.
  • Eher im Mittelfeld liegen dagegen die Gehälter in Berlin oder Niedersachsen. Etwa 50.000 Euro kannst du hier als Gerichtsvollzieherin verdienen.
  • Am wenigsten verdienst du mit rund 45.000 Euro jährlich oftmals in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt.

Einflussfaktoren auf das Gerichtsvollzieher Gehalt

Neben deinem Standort gibt es aber auch weitere Faktoren, die dein Gerichtsvollzieher Gehalt beeinflussen:

  • Berufserfahrung: Mit zunehmender Berufserfahrung steigt in der Regel das Gehalt.
  • Arbeitsort: Unternehmensgröße und Branche: Größere Arbeitgeber zahlen tendenziell höhere Gehälter als kleinere Unternehmen. Je nach Branche können die Gehälter höher oder niedriger ausfallen.
  • Qualifikation und Weiterbildung: Zusätzliche Qualifikationen und Weiterbildungen wirken sich positiv auf das Gehalt aus. Gerichtsvollzieher, die sich kontinuierlich weiterbilden, haben bessere Aufstiegschancen und können höhere Gehälter erzielen.

Gerichtsvollzieher Gehalt nach Berufserfahrung

Mit zunehmender Berufserfahrung steigt in der Regel das Gehalt. Als Gerichtsvollzieher kann das wie folgt aussehen:

  • unter 3 Jahre: ca. 39.000 Euro jährlich
  • 3 bis 6 Jahre: ca. 41.000 Euro jährlich
  • 7 bis 9 Jahre: ca. 44.500 Euro jährlich
  • mehr als 9 Jahre: ca. 53.500 Euro jährlich

Wie du siehst, kannst du mit dein Gerichtsvollzieher Gehalt mit mehreren Jahren im Beruf deutlich steigern. Je länger du als Gerichtsvollzieher tätig bist, desto mehr Kompetenzen und Fähigkeiten bringst du mit – und das macht dich auch attraktiver für Arbeitgeber.

Gerichtsvollzieher Gehalt nach Arbeitsort

Wie viel du als Gerichtsvollzieherin verdienen willst, hängt auch maßgeblich von deinem tatsächlichen Arbeitsort ab. Hier spielt die Größe deines Arbeitgebers sowie dein explizites Einsatzgebiet eine Rolle:

  • weniger als 100 Mitarbeiter: ca. 51.500 Euro jährlich
  • 100 bis 1.000 Mitarbeiter: ca. 51.750 Euro jährlich
  • 1.000 bis 20.000 Mitarbeiter: ca. 52.000 Euro jährlich
  • mehr als 20.000 Mitarbeiter: ca. 52.000 Euro jährlich

Wie du siehst, sind die Unterschiede als Gerichtsvollzieher allerdings sehr gering. Zusätzlich zur Unternehmensgröße spielen aber auch die Branche und der genaue Arbeitsort eine Rolle. Gerichtsvollzieher, die in größeren Städten oder bei spezialisierten Institutionen arbeiten, können oft höhere Gehälter erwarten.

Gerichtsvollzieher Gehalt nach Qualifikation

Wie bereits erwähnt, spielt die Qualifikation eine entscheidende Rolle für das Gerichtsvollzieher Gehalt. Hierbei gilt allgemein: Zusätzliche Qualifikationen und Weiterbildungen können das Gehalt eines Gerichtsvollziehers erheblich beeinflussen. Weiterbildungen können das Gehalt eines Gerichtsvollziehers erheblich beeinflussen. Beispielsweise können spezielle Fortbildungen in Rechts- oder Vollstreckungsangelegenheiten zu höheren Gehältern führen.

Auch die Übernahme von Führungsaufgaben oder die Spezialisierung auf bestimmte Vollstreckungsverfahren kann zu Gehaltssteigerungen führen.

Gehaltserhöhungen und Aufstiegsmöglichkeiten als Gerichtsvollzieher

Gerichtsvollzieher haben regelmäßige Gehaltserhöhungen durch Stufenaufstiege innerhalb ihrer Besoldungsgruppe. Zudem kannst du als Gerichtsvollzieher durch Beförderungen in höhere Besoldungsgruppen aufsteigen, beispielsweise zum Obergerichtsvollzieher oder Hauptgerichtsvollzieher. In größeren Gerichtsvollzieherbüros ist darüber hinaus auch der Aufstieg in Führungspositionen möglich.

Noch Fragen? Wirf einen Blick in unser FAQ

Als Gerichtsvollzieher steigt dein Einkommen in der Regel mit der Berufserfahrung und der Dauer deiner Zugehörigkeit zum Dienst. Je nach Bundesland arbeitest du besoldet oder (teil-)selbstständig mit Gebührenbeteiligung. In beiden Fällen wirken sich Routine, effiziente Arbeitsweise und ein größerer Fallbestand positiv auf dein Gesamteinkommen aus. Mit den Jahren kommen zudem höhere Erfahrungsstufen, mögliche Funktionszulagen und oft auch stabilere, planbarere Einnahmen hinzu.

Gerichtsvollzieher werden je nach Bundesland entweder als Beamte besoldet oder arbeiten selbstständig mit Gebührenbeteiligung. Bei beamtenähnlicher Besoldung gibt es in der Regel kein klassisches Weihnachts- oder Urlaubsgeld, sondern feste Bezüge mit möglichen Familienzuschlägen, Beihilfe zu Krankheitskosten und einer gut abgesicherten Altersversorgung. In eher selbstständig organisierten Modellen fließen „Extras“ vor allem über die Höhe der Gebühreneinnahmen; hier können z. B. auch Zuschüsse für Büro- und Sachkosten oder Fortbildungen eine Rolle spielen.

Direkt über eine fachliche Spezialisierung lässt sich das Gehalt als Gerichtsvollzieher meist nur begrenzt steigern, da Gebühren und Besoldung rechtlich geregelt sind. Indirekt kannst du dein Einkommen aber verbessern, indem du dich auf komplexere Vollstreckungsarten (z. B. Forderungspfändungen, Sachpfändungen bei Unternehmen, Immobilien) besonders gut fokussierst, effizient arbeitest und ein hohes Fallaufkommen professionell bewältigst. Zusätzliche Qualifikationen, Fortbildungen und die Übernahme besonderer Funktionen im Justizdienst können zudem deine Chancen auf besser bewertete Positionen und damit höhere Bezüge erhöhen.

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Bildnachweis: „Gerichtsvollzieherin sitzt in ihrem Büro" © Antonioguillem - stock.adobe.com, „Gerichtsvollzieherin betrachtet Schuldnerakte" © torwaiphoto - stock.adobe.com