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Neurologe / Neurologin
Ausbildung & Beruf

Ausbildung Neurologe
Gehalt im Beruf 7.478 – 10.572 € brutto pro Monat
Ausbildungsdauer 11 – 13 Jahre
Ausbildungsart Studium & Facharztausbildung
Empfohlener Abschluss Abitur

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Weg zum Neurologen führt über ein abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation und eine anschließende fünfjährige Facharztweiterbildung.
  • Als Neurologe verdienst du während der Weiterbildung zwischen 5.540 und 7.110 Euro brutto im Monat, als Facharzt später durchschnittlich 87.000 bis über 100.000 Euro im Jahr.
  • Du kannst als Neurologe in Kliniken, eigenen Praxen, MVZ oder an Universitätskliniken arbeiten und dich später mit Zusatzweiterbildungen zum Beispiel auf Schmerztherapie oder Schlafmedizin spezialisieren.

Was macht ein Neurologe (m/w/d)?

Als Neurologe bist du ein Facharzt, der sich auf Erkrankungen des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems sowie der Muskulatur spezialisiert hat. Zu deinen Aufgaben gehört es, eine ausführliche Anamnese zu erheben, also mit Patienten über ihre Beschwerden zu sprechen. Anschließend führst du Untersuchungen durch, zum Beispiel EEG zur Messung von Hirnströmen, EMG zur Prüfung der Muskelfunktion oder bildgebende Verfahren wie CT und MRT.

Auf Basis der Ergebnisse stellst du eine Diagnose und entwickelst einen passenden Therapieplan. Dabei arbeitest du auch eng mit anderen Bereichen wie Physiotherapie, Logopädie oder Ergotherapie zusammen. Auch die Beratung von Patienten und Angehörigen sowie das Dokumentieren der Behandlung gehören fest zum Alltag als Neurologe.

Wo kann ich als Neurologe arbeiten?

Die meisten Neurologen arbeiten in Kliniken oder Krankenhäusern, oft auf spezialisierten neurologischen Stationen. Auch eine eigene Facharztpraxis oder eine Anstellung in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) ist eine beliebte Option.

Wenn du lieber forschst, findest du an Universitätskliniken passende Aufgaben: Dort bildest du als Neurologe zum Beispiel angehende Ärzte aus oder arbeitest an neuen Therapieansätzen mit. Auch Rehabilitationszentren gehören zu den möglichen Arbeitsorten.

Neurologe analysiert MRT-Ergebnisse.jpeg

Arbeitszeiten als Neurologin

Die Arbeitszeiten als Neurologin hängen stark vom Arbeitsort ab. In Kliniken ist Schichtarbeit normal: Neben dem regulären Dienst fallen auch Nacht- und Bereitschaftsdienste sowie Einsätze an Wochenenden und Feiertagen an. Wer in einer Praxis oder einem MVZ arbeitet, hat es meist etwas ruhiger, da sich Sprechstunden häufig auf feste Zeiten am Vormittag und Nachmittag konzentrieren. Manche MVZ-Stellen bieten sogar geregelte Arbeitszeiten ganz ohne Nacht- oder Bereitschaftsdienst an, was besonders familienfreundlich ist.

In der Assistenzarztzeit während der Weiterbildung sind die Dienste meist etwas dichter getaktet, da hier auch der Nachtdienst zur Ausbildung gehört. Mit wachsender Erfahrung und im Facharztstatus lässt sich die Arbeitszeit oft flexibler gestalten.

Wie viel verdient ein Neurologe?

Das Gehalt als Neurologe liegt bei durchschnittlich 7.478 bis 10.572 Euro im Monat. Wie viel du tatsächlich verdienst, hängt dabei aber von mehreren Faktoren, wie deiner Berufserfahrung, deinem Arbeitgeber oder deiner Region ab.

Wie viel verdient ein Neurologe in der Ausbildung?

Als Assistenzarzt in der Facharztausbildung wirst du nach dem jeweils geltenden Tarifvertrag bezahlt. Vorher, während dem Medizin Studium bekommst du kein Gehalt, in der Facharztzeit wirst du anschließend jedoch bezahlt. Als Neurologe bedeutet das ein Anfangsgehalt von etwa 4.000 bis 5.000 Euro zu Beginn der Weiterbildung. Im letzten Ausbildungsjahr können dich hingegen schon rund 6.500 Euro erwarten.

Wie läuft die Ausbildung zum Neurologen ab?

Ein wichtiger Punkt vorweg: Der Begriff Ausbildung ist beim Neurologen etwas anders zu verstehen als bei einer klassischen Berufsausbildung. Bevor du überhaupt mit der Facharztweiterbildung starten kannst, brauchst du ein abgeschlossenes Medizinstudium sowie die Approbation als Arzt.

Erst danach beginnt die eigentliche Weiterbildung zum Neurologen, die du als Assistenzarzt in einer Klinik mit entsprechender Weiterbildungsermächtigung absolvierst. Während dieser Zeit durchläufst du meist ein Rotationssystem, das dir Einblicke in verschiedene Bereiche der Neurologie ermöglicht. Am Ende steht die Facharztprüfung vor der zuständigen Landesärztekammer. Erst wenn du diese bestanden hast, darfst du dich offiziell Facharzt für Neurologie nennen.

Wie lange dauert die Ausbildung als Neurologe?

Die Weiterbildung zum Neurologen dauert insgesamt 5 Jahre beziehungsweise 60 Monate in Vollzeit. Mindestens 24 Monate müssen in der stationären neurologischen Patientenversorgung absolviert werden, dazu kommen 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung neurologischer Patienten. Weitere 12 Monate sind für den Bereich Psychiatrie und Psychotherapie vorgesehen.

Bis zu 12 Monate können dabei in anderen Fachgebieten wie Innere Medizin, Neurochirurgie oder Neuroradiologie angerechnet werden, und bis zu 24 Monate dürfen im ambulanten Bereich abgeleistet werden. Ein Logbuch dokumentiert während der gesamten Zeit deinen Fortschritt und ist Voraussetzung für die Zulassung zur Facharztprüfung.

Was sind die Ausbildungsinhalte als Neurologe?

Während der Weiterbildung zum Neurologen eignest du dir ein breites Spektrum an Wissen und praktischen Fertigkeiten an. Du lernst nicht nur die Theorie hinter neurologischen Erkrankungen, sondern wendest dein Wissen direkt am Patienten an. Zu den wichtigsten Ausbildungsinhalten zählen unter anderem:

  • Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems, etwa Schlaganfall, Epilepsie oder Multiple Sklerose
  • Durchführung und Befundung von EEG, EMG sowie Ultraschalldiagnostik der hirnversorgenden Gefäße
  • Zusammenarbeit mit Physiotherapie, Logopädie, Neuropsychologie und Ergotherapie
  • Gesundheitsberatung, Prävention und die Begleitung von Patienten im Alter

Zusätzlich nimmst du regelmäßig an internen Fortbildungen und Fachkongressen teil, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Neurologin fu¨hrt MRT durch

Die Medizin hat es dir angetan? Du bist dir nur noch nicht sicher, welcher der Berufe im Krankenhaus genau der Richtige ist? Dann schau dir noch die folgenden Berufe genauer an:

Voraussetzungen für die Ausbildung als Neurologe

Um Neurologe zu werden, brauchst du zunächst ein abgeschlossenes Medizinstudium sowie die Approbation als Arzt – ohne diese beiden Voraussetzungen kannst du keine Facharztweiterbildung beginnen. Neben den fachlichen Voraussetzungen solltest du als angehender Neurologe auch bestimmte persönliche Stärken mitbringen.

Da du oft mit schweren Schicksalen und ängstlichen Patienten zu tun hast, ist Einfühlungsvermögen besonders wichtig. Genauso gefragt sind psychische Belastbarkeit, gute Kommunikationsfähigkeiten und Freude an komplexer Diagnostik.

Da viele Fachtexte auf Englisch verfasst sind und du dich mit internationalen Kollegen austauschst, helfen dir zudem gute Englischkenntnisse weiter.

Schulfächer
  • Biologie
  • Chemie
  • Mathe
Stärken
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Einfühlungsvermögen
  • Sorgfältige & genaue Arbeitsweise
Arbeitsbedingungen
  • Umfeld: In Praxen, in Kliniken
  • Tragen von Schutzkleidung
  • Schichtdienst

Weiterbildung und Karrierechancen als Neurologin

Nach der Facharztausbildung ist für eine Neurologin noch lange nicht Schluss mit dem Lernen. Es gibt zahlreiche Zusatzweiterbildungen, mit denen du dich spezialisieren kannst, zum Beispiel in Schlafmedizin, Palliativmedizin, spezieller Schmerztherapie oder Sportmedizin. Auch Zusatzbezeichnungen wie Magnetresonanztomographie oder Psychotherapie sind gefragt und erweitern dein Tätigkeitsfeld.

Karrieretechnisch stehen dir dabei viele Wege offen: von der Position als Oberarzt über die Chefarztstelle bis hin zur eigenen Praxis. Wenn du lieber forschst, kann du dich dagegen in Bereichen wie Neuroimmunologie oder Neurogenetik einbringen und aktiv an neuen Therapien mitarbeiten. Da die Nachfrage nach neurologischer Expertise durch den demografischen Wandel weiter steigt, sind die Zukunftsaussichten für Neurologen ausgesprochen gut.

Fazit: Vielfältige Chancen als Neurologe

Der Weg zum Neurologen ist anspruchsvoll und dauert mit Medizinstudium und Facharztweiterbildung insgesamt einige Jahre. Doch die Mühe lohnt sich: Als Neurologe erwartet dich ein vielseitiges Berufsfeld mit spannenden Aufgaben, guten Verdienstmöglichkeiten und zahlreichen Karrierewegen. Ob in der Klinik, der eigenen Praxis oder der Forschung: Als Neurologe kannst du deinen Weg ganz nach deinen Interessen gestalten. Wenn dich das menschliche Nervensystem fasziniert und du gerne Menschen hilfst, lohnt sich ein genauerer Blick auf diesen Beruf definitiv.

Noch Fragen? Wirf einen Blick in unser FAQ

Als Neurologe hast du aktuell sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. In Kliniken, Reha-Zentren und spezialisierten Praxen werden ständig Neurologe gesucht, vor allem in kleineren Städten. Die Facharztweiterbildung in der Neurologie ist anspruchsvoll, macht dich aber später sehr gefragt. Mit Fortbildungen kannst du dich weiter spezialisieren und deine Karrierechancen zusätzlich verbessern.

Für Quereinsteiger ist der Beruf Neurologe nur bedingt geeignet, weil du zwingend Medizin studieren musst. Ohne abgeschlossenes Medizinstudium, Approbation und Facharztausbildung kannst du nicht als Neurologe arbeiten. Du kannst aber als Pflegekraft, medizinischer Fachangestellter oder in der Forschung nah am Fach Neurologie arbeiten und später eventuell doch noch das Studium nachholen.

Als Neurologe brauchst du vor allem eine ruhige Art und viel Geduld im Umgang mit Patienten. Ein guter Neurologe ist aufmerksam, kann gut zuhören und kleine Veränderungen schnell bemerken. Du solltest logisch denken, konzentriert arbeiten und Verantwortung übernehmen können. Teamfähigkeit, saubere Dokumentation und Interesse an technischen Untersuchungsmethoden sind ebenfalls sehr wichtig.

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Gehalt im Beruf (brutto pro Monat)
Gehaltsspanne
7.478 – 10.572 €
Freie Ausbildungsplätze
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Bildnachweis:
„Neurologe“ ©Gorodenkoff - stock.adobe.com
„Neurologe analysiert MRT-Ergebnisse“ ©Gorodenkoff - stock.adobe.com
„Neurologin führt MRT durch“ ©Ihorvsn - stock.adobe.com