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Fluglotse / Fluglotsin
Ausbildung & Beruf

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Ausbildung Fluglotse

Es ist ein trüber Herbstabend. Du sitzt im Tower und überwachst als Fluglotse oder Fluglotsin den Flughafen. Plötzlich zieht ein dichter Nebel auf, du kannst die Flugzeuge im Anflug nicht mehr sehen. Sogar Start- und Landebahn verschwinden im Dunst. Damit die Sicherheit weiter gewährleistet ist, schaltest du nun auf Bodenradar um und hast weiterhin alles im Blick. Als Fluglotse gibt es eben jeden Tag neue Herausforderungen.

Berufsbild Fluglotse / Fluglotsin

Was macht ein Fluglotse (m/w/d)?

Als Fluglotse bist du dafür zuständig, alle Bewegungen von Luftfahrzeugen auf den Flughäfen und im dazugehörigen Luftraum zu kontrollieren. Fluglotsen überwachen ihren Sektor am Radarschirm und regeln Ankunft und Abflug, damit die Flugzeuge sich nicht gegenseitig gefährden.

Fluglotsen sind rund um die Uhr im Einsatz, um die Sicherheit aller Teilnehmer am Luftverkehr zu gewährleisten. Sie kommunizieren per Sprechfunk mit den Piloten, dabei ist Englisch die Arbeitssprache. Als Fluglotse gibst du den Flugzeugführern Anweisungen für Start, Landung, Flughöhe und Reiseroute. Du informierst sie aber auch über die Wetterlage und andere sicherheitsrelevante Punkte.

Für ihre Arbeit nutzen Fluglotsen im Tower sowohl Instrumente als auch das bloße Auge. Wer als Centerlotse arbeitet und Luftraum außerhalb von Flughäfen überwacht, arbeitet nur über Radar und hat keinen Sichtkontakt zu den Flugzeugen.

Was macht ein Fluglotse im Berufsalltag?

Einen typischen Arbeitsalltag als Fluglotse gibt es nicht. Du musst flexibel reagieren und betreust am Flughafen teils bis zu 500 Flüge am Tag. Zum Beruf Fluglotse gehört viel Kommunikation. Nicht nur mit den Piloten, sondern auch mit anderen Fluglotsen, denn sobald ein Flugzeug einen anderen Sektor verlässt und in deinen eintritt, erfolgt eine Art Übergabe.

Fluglotsen sorgen dafür, dass die Flugzeuge Flughäfen kontrolliert und in einer bestimmten Reihenfolge anfliegen. Sie sortieren quasi den Luftverkehr vor, damit es nicht zu Unfällen oder „Staus“ kommt. Bei plötzlichem Wetterumschwung müssen Fluglotsen ebenfalls schnell reagieren und den Piloten Anweisungen geben.

Fluglotsen arbeiten im Tower Fluglotsen erledigen auch Aufgaben im Kontrollraum Fluglotse bei der Überwachung des Flugverkehrs Fluglotse erteilt Landeerlaubnis über Funk Fluglotse überwacht Maschinen beim Anflug

Wo arbeiten Fluglotsen?

Nach deiner Ausbildung zum Fluglotsen findest du Beschäftigung bei der DFS Deutschen Flugsicherung GmbH, bei Flughafenbetrieben und bei der Bundeswehr.

Fluglotsen sind entweder als Towerlotse oder als Centerlotse tätig. Im Auftrag der Bundesregierung üben Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung die Lufthoheit im deutschen Luftraum aus. Als Towerlotse regelst du den rollenden und fliegenden Verkehr am Flughafen und im Anflugbereich. Du arbeitest im Kontrollturm, gibst Start- und Landefreigaben und stellst die Sicherheitsabstände im Luftraum her und wendest Gefahren ab.

Centerlotsen arbeiten in einem der 4 Center deutschlandweit und sind für einen Sektor im Luftraum zuständig. Dort arbeiten sie über Radar, können die Flugzeuge also nicht mit eigenen Augen sehen. Auch hier geht es darum, mit den Piloten zu kommunizieren und sie auf Kurs zu halten. Du überprüfst die Abstände zwischen den Flugzeugen und die Flugrouten.

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Für alle, die lieber Videos als Texte konsumieren, haben wir in unserem YouTube-Video einmal zusammengefasst, wie du Fluglotse wirst, was man als Fluglotsin macht und wie viel Geld man verdient. --> Berufe2Go, Film ab!

Veröffentlicht am: 26.04.2023

Ausbildung zum Fluglotsen / zur Fluglotsin

Was lernt man in der Ausbildung als Fluglotse?

In der grundlegenden Ausbildung zum Fluglotsen belegst du verschiedene Erlaubniskurse. Für alle Azubis steht u. a. Unterricht in Flugwetter­kunde, Navigation und Flugsicherungs­technik auf dem Stundenplan. Du wirst in das Simulationssystem eingearbeitet, denn auch praktische Übungen gehören zur Ausbildung. Bestehst du alle Prüfungen, erhältst du die „Aus­zu­bil­den­den-Lizenz“.

Anschließend folgt die betriebliche Ausbildung, entweder zum Tower- oder zum Centerlotsen. Im Fokus der Ausbildung im Betrieb stehen jetzt z. B. die örtli­che Luftraum-Ordnung, die allge­mei­ne technische Ausrüstung und die Organisation der Flugsicherungs­stelle. Mit der „Prüfung zum Erwerb der Berechtigungen“ schließt du deine Ausbildung ab und darfst die Fluglotsen-Lizenz erwerben.

Wie läuft die Ausbildung zum Fluglotsen ab?

Fluglotse ist kein anerkannter Ausbildungsberuf. Das heißt, es handelt sich nicht um eine klassische duale Berufsausbildung oder schulische Ausbildung. Die Ausbildung ist aber bundesweit einheitlich geregelt und verläuft schulisch. Sie findet an Flugsicherungsakademien statt und dauert in Vollzeit 2 bis 3 Jahre. Für eine Azubi-Stelle musst du viele Voraussetzungen erfüllen, das Auswahl­verfahren ist streng.

Die Ausbildung teilt sich in Theorie und Praxis. Die theoretische Ausbildung dauert zwischen 12 und 15 Monaten. Danach geht es dann an die praktische Ausbildung, das sogenannte Training on the job. In 12 bis 18 Monaten wendest du das Gelernte in Kontrollzentralen oder in einem Tower an.

Welche Voraussetzungen braucht ein Fluglotse?

  • Bist du zwischen 18 und 24 Jahre alt?
  • Und dein Hör­ver­mögen und deine Sehkraft sind nicht ein­ge­schränkt?

Damit erfüllst du bereits 2 wichtige Kriterien für die Arbeit als Fluglotsin! In einem Auswahltest werden deine kör­per­li­che und psy­cho­lo­gische Eignung sowie deine Englisch-Kenntnisse überprüft. Außerdem benötigst du ein medizinisches Tauglichkeitszeugnis und ggf. weitere Bescheinigungen.

Dein oberstes Gebot als Fluglotse lautet „Safety first“. Du trägst höchste Verantwortung und musst in der Lage sein, auch über längere Zeit konzentriert zu arbeiten und ganz genau zu beobachten.

Außerdem verfügst du über ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen. Als Fluglotse musst du in kurzer Zeit viele Informationen aufnehmen und verarbeiten, sodass du auch in brenzligen Situationen schnell und richtig reagieren kannst. Ganz schön viel verlangt, findest du? Stimmt! Deshalb arbeitest du auch nie allein, sondern immer im Team mit anderen Fluglotsen.

Modernste Radar- und Computersysteme liefern dir zuverlässige Informationen und unterstützen dich bei deiner anspruchsvollen Arbeit.

Schulische Voraussetzungen für die Ausbildung Fluglotse

Für eine Ausbildung als Fluglotse benötigst du die Allgemeine Hochschulreife. Da man im Flugverkehr Englisch spricht, solltest du gute Sprachkenntnisse mitbringen (Level C1). Vor­kennt­nisse im Fach Technik sind bei der Arbeit mit Radar- und Computersystemen hilfreich. Wer eine gute Note in Mathematik hat, beherrscht die Grundrechenarten und beweist ein gutes Zahlen­ver­ständnis.

Schulfächer
  • Mathematik
  • Technik
  • Englisch
Stärken
  • Durchhaltevermögen
  • Sorgfalt & Genauigkeit
  • Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein
Arbeitsbedingungen
  • Umfeld: Personenbeförderung (Bus, Zug, Flugzeug)
  • Schichtdienst
  • Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Wie viel verdient man in der Ausbildung zum Fluglotsen?

Bei der Deutschen Flugsicherung kannst du in der Ausbildung zum Fluglotse bzw. zur Fluglotsin mit folgender Ausbildungsvergütung rechnen:

  • im 1. Ausbildungsabschnitt: 1.200 Euro
  • im 2. Ausbildungsabschnitt: 4.000 Euro

Du möchtest gerne mehr über das Fluglotsen Gehalt erfahren? Dann informiere dich auf unserer Fluglotsen Gehaltsseite.

Blick hinter die Kulissen: Erfahrungsberichte von Azubis

Malte - Azubi bei der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Malte DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

Das Interesse an der Luftfahrt ist schon seit meiner Jugend gegeben und wurde nicht zuletzt durch meine Luftfahrt-geprägte Familie gefördert. Der Beruf des Fluglotsen ist mir so immer bekannt gewesen, aber trat erst ins Rampenlicht, nachdem Freunde mich intensiver darauf aufmerksam gemacht haben, sodass ich den Beruf für mich selbst erst später in Betracht z...

3 freie Stellen finden

Passt die Ausbildung zum Fluglotsen / zur Fluglotsin zu mir?

Fluglotse ist der passende Beruf für dich, wenn

  • du schnell und flexibel reagieren kannst
  • du ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein mitbringst
  • du ruhig und konzentriert arbeiten kannst
  • du sorgfältig und strukturiert arbeitest

Ein anderer Beruf als Fluglotse passt besser zu dir, wenn

  • dir das Einstellen auf neue Situationen schwerfällt
  • dir die Kommunikation auf Englisch nicht liegt
  • du nicht flexibel auf unterschiedliche Tätigkeiten eingehen kannst
  • du nicht
  • gerne am Bildschirm arbeitest

Alles im grünen Bereich? Dann mach den Berufswahltest und finde heraus, zu wie viel Prozent die Ausbildung zum Fluglotsen bzw. zur Fluglotsin tatsächlich zu dir passt. → Jetzt Eignung testen! Du bist dir schon sicher, dass Fluglotse dein Traumberuf ist? Dann findest du hier freie Ausbildungsplätze ↓

Weiterbildung & Zukunftsaussichten

Hast du die Ausbildung zum Fluglotsen abgeschlossen, hast du verschiedene Weiterbildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten. Bei Weiterbildungen unterscheiden wir zwischen 3 verschiedenen Wegen:

  • Anpassungsfortbildung
  • Aufstiegsfortbildung
  • Studium

Weiterbildung nach der Ausbildung zum Fluglotsen / zur Fluglotsin

Anpassungsfortbildungen dienen dazu, dein Wissen aktuell zu halten, um als Fluglotse beispielsweise in den Bereichen Luftverkehr, Luftsicherheit und Europarecht auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Eine Aufstiegsfortbildung hilft dir dabei, Karriere zu machen. Möglich ist dies beispielsweise durch ein Studium. Folgende Studiengänge eignen sich dabei:

Nachhaltigkeit & Zukunftsaussichten als Fluglotse

Ist Fluglotse ein nachhaltiger Beruf? In Deutschland finden bis zu 10.000 Flugbewegungen am Tag statt, die von den Fluglotsen der Center und Tower kontrolliert werden. Dazu gehört nicht nur der Personenverkehr, sondern auch Frachtflüge. Insofern ist der Beruf Fluglotse wirtschaftlich bedeutsam – allerdings stößt der Luftverkehr auch CO2 aus.

Klimaschutz im Luftverkehr ist darum auch für die Deutsche Flugsicherung ein wichtiges Thema. Hier geht es vor allem um treibstoffeffizientere Flugzeuge, aber auch um eine bessere Auslastung der Flüge und eine gute Verteilung der Ladung. Dafür bist du als Fluglotse zwar nicht direkt verantwortlich, aber worauf du Einfluss haben kannst, sind direkte und ideale Strecken, um treibstoffintensive Ausweichstrecken zu vermeiden.

Auch zukünftig ist weiter mit einem wachsenden Luftverkehrsaufkommen zu rechnen. Fluglotse ist darum auch ein zukunftsträchtiger Beruf, der nicht nur Verantwortung für Personen, sondern auch für die Umwelt mit sich bringt.

Alternativen zur Ausbildung Fluglotse

Du willst einen Beruf rund um Fliegen, Flugzeuge und Luftverkehr, aber die Ausbildung zum Fluglotsen ist nicht ganz das, was du dir vorgestellt hast? Kein Problem! Es gibt jede Menge weitere Berufe am Flughafen, die zu dir passen könnten.

Ausbildung zum Piloten

Für eine Ausbildung zum Fluglotsen wärst du bestens geeignet, aber du träumst davon, selbst mit Flugzeug oder Hubschrauber den Himmel zu erobern? Dann lies mehr über die spannende Ausbildung zum Piloten.

Ausbildung zum Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung

Auch als Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung übernimmst du viel Verantwortung und sorgst dafür, dass Passagiere ihren Zielort sicher erreichen. Eisenbahner in der Zugverkehrssteuerung überwachen allerdings keine Flugzeuge, sondern den Schienenverkehr. Dazu stellen sie Weichen oder Signale ein und regeln die Zugfolge sowie Abstände zwischen verschiedenen Zügen.

Ausbildung zum Luftverkehrskaufmann

Dieser kaufmännische Beruf rund ums Fliegen ist besonders vielseitig. Du informierst z.B. Privat- und Firmenkunden über Flugverbindungen und Tarife, fertigst am Schalter Fluggäste und Gepäck ab, bietest Dienst­leis­tungen im Bereich Fracht an und organisierst die komplette Flugzeugabfertigung. Erfahre mehr über die duale Ausbildung zum Luftverkehrskaufmann.

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